Tischtennisspieler
Im Alter von 5 Jahren begann meine Karriere als TT-Spieler.
Ein Brief von einem naheliegenden Verein wurde an Familien in der Nachbarschaft verschickt, der zu einem Schnupperkurs einlud. Meine Eltern schickten mich dorthin und ich verliebte mich sofort in den Sport.
Seitdem wollte ich den Schläger nicht mehr aus der Hand lassen. Sechs Jahre spielte ich beim ESV Blau-Rot Bonn, ehe ich zum SV Vilich-Mülldorf wechselte. Dort spielte ich dann zwei Jahre. In dieser Zeit spielte ich mich auch in den Kader des WTTV hoch.
Meine nächste Station war dann die TTG Sankt Augustin. Hier wurde ich zum ersten Mal in einer Herrenmannschaft gemeldet. Ich begann zunächst in der Landesliga. Ein Jahr später besetzte ich das obere Paarkreuz der Oberliga-Mannschaft.
Im Jahre 2000 bekam ich mein erstes Angebot eines Bundesligavereins, der BVB 09 aus Dortmund wollte mich verpflichten. Bei den Borussen hatte ich vier wundervolle Jahre. Zusammen konnten wir in meiner letzten Saison (2004) die Meisterschaft in der 2. Bundesliga feiern. Der Verein brachte mich sportlich, aber auch menschlich sehr voran.
Daraufhin entschied ich mich für ein Jahr ausserhalb des Tischtennissports. Ich packte ein grossen Rucksack voll mit meinem Hab und Gut und verbrachte acht Monate in Australien. Bevor ich Australien erkundete liess ich mich sporadisch beim WTTF Rammstein in der 2.Bundesliga Süd melden.
In Australien konnte ich jedoch wider Erwarten meine Finger nicht ganz vom TT-Sport lassen. In Mackay arbeitete ich einen Monat als TT-Trainer. Dies fand ich sehr viel angenehmer als auf dem Bau oder auf einem australischen Feld als "Fruit-Picker" zu arbeiten.
Am Ende meines Australienaufenthalts rettete mich ein TT-Turnier in Sydney (Chinatown) finanziell vor einem kurzfristigen Engpass. Im Dezember rief mich dann der Mannschaftführer von Rammstein an und bat mich in der Rückrunde für die Rammsteiner-Löwen an den Tisch zu gehen, da die Mannschaft mächtig im Abstiegskampf steckte.
In der nächsten Saison wechselte ich zur TTF Bönen in die Regionalliga. Unser Ziel war der Aufstieg in 2.Bundesliga. Leider hatten wir am Ende der Saison dieses Ziel knapp verfehlt und wurden Dritter. In den meisten Spielen war ich in der Regionalliga etwas unterfordert, weswegen ich nach dieser Erfahrung wieder die Herausforderung in der 2. Bundesliga suchte.
Meine Reise setzte sich somit bei der TTC Ruhrstadt-Herne fort. Hier spielte ich im mittleren Paarkreuz. Spielerisch konnte ich mich hier wieder verbessern, doch zum ersten Mal bekam ich es mit der Konfrontation zwischen TT-Sport und Finanzierung zu tun. Dies war dann auch der Grund für mich, schon wieder den Verein zu wechseln. Im Endeffekt waren die Unstimmigkeiten und der resultierende Vereinswechsel ein Segen: Ich bekam ein Angebot von der Bayer 05 Uerdingen, um dort im oberen Paarkreuz zu spielen. Hier konnte zwar unsere Mannschaft leider nicht überzeugen und am Ende der Saison blieb uns nur ein Punkt auf der Habenseite, persönlich war die Saison jedoch ein voller Erfolg für mich: Ich konnte insgesamt eine ausgeglichene Bilanz spielen und wurde in der selben Saison Westdeutscher Meister im Einzel.
Nach dem Abstieg mit Uerdingen (und meiner überraschend guten Einzelbilanz) wollte ich natürlich weiter im vorderen Paarkreuz in der 2.Bundesliga spielen, so dass ich zur TTC Schwalbe Bergneustadt wechselte. Hier konnte ich meine Leistung stabilisieren und erneut eine positive Bilanz in der Hinrunde erspielen, ehe mir eine Augenverletzung das Spielen in der Rückrunde unmöglich machte. Ich wollte es nicht wahrhaben und versuchte es Spieltag für Spieltag trotz extrem beeinträchtigter Sicht weiter. Am Ende der Saison nach vielen (im wahrsten Sinne des Wortes) blinden versuchen akzeptierte ich schliesslich meine Verletzung und trat nicht mehr zu den Spielen an.
Durch Mundpropaganda hörte ich von Lennart Wehking und Jens Lang vom Montpellier-TT, die an mir als Spieler in der französischen Profiliga Pro B interessiert waren. Dieses Angebot habe ich nach kurzer Bedenkzeit begeistert wahrgenommen.
Nachdem ich mich beim Verfassen meines Werdeganges an dieser Stelle selbst über die vielen Stationen in meiner noch relativ jungen Karriere wundere, möchte ich unbedingt erwähnen, dass ich keineswegs ein "Tischtennis-Söldner" bin der hinter der Kohle her ist...;)